Diesel-Verbote und Stickoxid-Grenzwerte – Eine zusammengeschusterte Lüge?

Diesel-Verbote und Stickoxid-Grenzwerte – Eine zusammengeschusterte Lüge?

Diesel-Verbote und Stickoxid-Grenzwerte – Eine zusammengeschusterte Lüge?

 

Diesel-Verbote in Städten

Diese Schlagzeilen lesen wir täglich und seit mehreren Wochen in allen Medien. Die aktuelle Diesel-Debatte erhitzt die Gemüter und sorgt beim Autofahrer für großen Ärger. Schuld sind die Stickoxide, die stark gesundheitsschädlich sein sollen.

Stickoxide sind einer der Hauptbestandteile beim Ausstoß von Diesel-Abgasen – und deshalb sollen jetzt scheinbar nach und nach Dieselfahrzeuge aus den Innenstädten verbannt werden. In München ist das bereits jetzt ein Thema.

 






 

Doch worauf basieren diese Ansätze?

Welche Höchstgrenzen gibt es?

 

Seit dem VW-Abgasskandal ist Stickoxid (NOX) zum meistbeachteten Schadstoff der Luft geworden. Vor allem Stickstoffdioxid (NO2) gilt als besonderer Schädling. In der Tat überschreiten an vielen deutschen Messpunkten die Konzentrationen des Schadstoffs die Grenzwerte um zum Teil mehr als das Doppelte. 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gelten im Jahresmittel als Obergrenze.

Jetzt wird es kurios: Denn beispielsweise im Büro gilt die Mittlere Arbeitsplatz-Konzentration (MAK). Und da sind 950 Mikrogramm Stickoxid der Grenzwert – fast das 24-Fache des Grenzwerts an den Straßen. An keiner Straße in Deutschland wurde ein solch hoher Wert festgestellt.

 

Warum gibt es einen solchen Unterschied, und warum dürfen wir im Büro einer so hohen Belastung ausgesetzt werden, während es auf den „bösen Straßen“ viel sauberer sein muss?

 

Kennt man den Grund, wird einem erst klar, dass die komplette Diesel-Debatte völlig absurd ist!

 

Denn der Grund sind zwei völlig verschiedene Vorgehensweisen der Messungen. 

Für den Arbeitsplatz wurde die Angelegenheit toxikologisch untersucht. In Versuchen mit Ratten wurde getestet, welche Konzentrationen sie in welcher Form aushalten. Erst bei 8000 Mikrogramm NOX pro Kubikmeter Luft kam es zu Atemwegsreizungen. Das ist das 8-fache dessen, was an Arbeitsplätzen erlaubt ist. Bei 2000 Mikrogramm pro Kubikmeter erlitten die Ratten gar keine messbaren Schäden.

Dem Grenzwert für die Straße liegt eine völlig andere Vorgehensweise zugrunde: die epidemiologische. Dabei wird die gesundheitliche Beeinträchtigung von Betroffenen statistisch erfasst. Das Ergebnis: An Stellen, an denen durchschnittliche Stickstoffdioxid-Konzentrationen deutlich über den 40 Mikrogramm liegen, erleiden Menschen gesundheitliche Beeinträchtigungen. Deshalb hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) diese Zahl 2005 empfohlen – und die EU sie umgesetzt.

In der aktuellen Diskussion wird ein entscheidender Fakt komplett ignoriert: Es ging bei den epidemiologischen Untersuchungen gar nicht nur um Stickoxide. Deren Vorhandensein sei nur ein „starker Hinweis auf Fahrzeugemissionen“, heißt es in dem Bericht an die WHO. Alles, was sonst noch an Gift in der Luft war, wurde einfach den Stickoxiden zugeschrieben, was schlicht und ergreifend falsch ist.

 

Wenn mehr als 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid im Jahresmittel gemessen werden, heißt das nicht, dass dieser Stoff es ist, der die Gesundheit schädigt. Es heißt nur, dass die Summe der verkehrsbedingten Emissionen krank macht. Ob Stickoxid aus Dieselabgasen der Schuldige ist, oder Feinstaub aus Benzinmotoren, wurde überhaupt nicht untersucht!

 

Aus diesem Grund ist die Diskussion um Diesel-Verbote absurd – und wenn man allein den NOX Ausstoß reduziert, würde es das Grundproblem gar nicht lösen. Niemand weiß, welche Schadstoffe Schäden verursacht haben, für die Stickoxide in der aktuellen Diskussion pauschal verantwortlich gemacht werden. Bevor also über Fahrverbote debattiert werden sollte, sollten Toxikologen und Epidemiologen unter aktuellen Bedingungen gemeinsam erforschen, welche Wirkungen welcher Schadstoff in welcher Konzentration hat – und ob deren Mischung darüber hinsausgehende Schäden verursacht.

 

Fazit: Einfach mal aus dem Büro auf die Straße gehen, dort ist die Luft laut den Verordnungen und Grenzwerten wohl sauberer!